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So packst du dein Bike für's Bikepacking

mit Juliet Korver, Bikepacking Enthusiastin

Dein Bike ist für das Bikepacking vorbereitet. Jetzt wird es Zeit, die weniger befahrenen Straßen zu erkunden. Nur eine scheinbar kleine Aufgabe steht dir und deinem Abenteuer im Weg: das Beladen deines Bikes mit all der Ausrüstung, die du für einen epischen Bikepacking-Trip brauchst. Es braucht viel Erfahrung, um zu wissen, wie man sein Bike am besten belädt. Es folgt, was ich über Fahrradtaschen gelernt habe und wie man sie packt:

1. Tipps für die Auswahl von Fahrradtaschen

Wohin fährst du? Für wie lange fährst du? Was musst du transportieren? Besteht die Möglichkeit, dass es regnen wird? All diese Fragen beeinflussen, welche Taschen du auf deine Reise mitnehmen möchtest.

  • Sattel-/Sattelstützen-Tasche: Ich schätze eine wasserdichte Satteltasche mit einem Entlüftungsventil. Außerdem ist es gut, wenn sie mehr als 12 Liter fassen kann.
  • Front-/Lenkertasche: Es gibt zwei Arten von Lenkertaschen – mit Rollverschluss oder Top Loader. Wähle eine Tasche, die an deinen Lenker passt und dir immer noch Zugang zu deinem Unterlenker ermöglicht. Außerdem solltest du darauf achten, dass deine Schalthebel gut erreichbar sind und sich bedienen lassen, ohne von der Tasche eingeschränkt zu werden
  • Halb- oder Voll-Rahmentasche: Halb-Rahmentaschen erlauben es dir, deine Trinkflaschenhalter anzubringen, haben aber ein deutlich geringeres Fassungsvermögen. Wenn du dich dafür entscheidest, eine Trinkflasche am Unterrohr zu befestigen, ermöglicht dir ein Sidepull Flaschenhalter einen leichteren Zugriff auf deine Trinkflasche
  • Zubehörtasche vorne: Diese Tasche wird in der Regel über der Lenkertasche angebracht und bietet Platz für all die kleinen Dinge, auf die du im Laufe des Tages schnell zugreifen musst. Ich finde es gut, wenn meine Tasche leicht abnehmbar ist. Ich bewahre meine Wertsachen darin auf und kann sie dann abnehmen, um sie zum Einkaufen mitzunehmen oder nachts damit zu schlafen.
  • Oberrohrtasche: wird am Oberrohr befestigt und ist ideal für Snacks und Dinge, die du leicht zugänglich verstaut haben möchtest.
  • Vorbautasche(n): Diese Taschen sind praktisch. Gut für Snacks, Wasser, Bärenspray... aber beim Bergauffahren können sie deine Knie berühren.

2. Tipps für das Packen deiner Fahrradtaschen

Beim Packen meiner Biketaschen bedenke ich Folgendes:

  • Was ich tagsüber brauche (Snacks, schnelle Reparaturen, Wasseraufbereiter, Telefon/Navigation, Schichten)
  • Was ich brauche, wenn ich an einem Schlafplatz ankomme
  • Dinge, auf jeden Fall trocken bleiben sollen, wie der Schlafsack und die Kleidung.

Das ist meine Art zu packen. Du wirst deinen eigenen Weg finden.

  • Ich packe meinen Schlafsack in meine Fronttasche. Er ist leicht, so dass mein Handling weniger beeinträchtigt wird. Ich packe ihn zusätzlich in Dry Bags, wenn ich denke, dass es regnen könnte.
  • In die Rahmentasche packe ich mein Erste-Hilfe-Set, ein großes Messer, eine Pumpe, Essen und eine Wasserblase.
  • Meine Satteltasche ist wasserdicht. Mein Reparaturset packe ich nach ganz unten, weil es am schwersten ist. Dann fange ich an, in der Reihenfolge der Gegenstände zu packen, die am schwersten sind und am seltensten benötigt wird (Kochset, Schlaf-/Campkleidung, Essen). Packe diese Tasche möglichst eng, so dass sie gut an deinem Rad sitzt.
  • In meine vordere Zubehörtasche packe ich meinen Geldbeutel, Stirnlampe, Powerbank, Kabelbinder, Werkzeug für schnelle Reparaturen, extra Sitzcreme und Sonnencreme. Meinen Hausschlüssel befestige ich mit einem Zipper, damit er nicht verloren geht.
  • In meine Oberrohr- und Vorbautasche packe ich meine Snacks, mein GPS-Gerät und mein Bärenspray (falls nötig). Ich ändere den Inhalt dieser Taschen im Laufe des Tages und priorisiere die Sachen, auf die ich leichten Zugriff brauche.
  • Wenn du in ein Gebiet fährst, in dem es Wildtiere gibt, dann sei vorbereitet. Halte dein Bärenspray und Tröte in Reichweite. Ich habe auch gerne eine Bärenglocke an meiner Sattelstützen-Tasche. Diese lässt sie wissen, dass du in der Nähe bist.
  • Ich benutze selten Cages an der Gabel, aber wenn, dann halte ich sie leicht. Es ist wichtig, dass du gleich viel Gewicht auf jede Seite der Gabel packst, damit das Handling deines Bikes nicht beeinträchtigt wird.

3. Tipps für die Mitnahme von Wasser auf dem Fahrrad

Dies ist eines der Themen, zu denen ich die meisten Fragen bekomme.

Ich bevorzuge eine 3-Liter-Trinkblase, die ich oben in meiner Rahmentasche trage. Ich führe den Schlauch aus der Tasche heraus und befestige ihn am Lenker. So kann ich jederzeit trinken und die Hände dabei am Lenker lassen. In diesem Jahr habe ich auch begonnen, einen Trinkrucksack für lange Graveltouren zu verwenden, wenn zusätzliche Wasserkapazität benötigt wird.

Hier sind ein paar weitere Optionen für das Transportieren von Wasser - ich habe sie alle ausprobiert. Experimentiere ruhig ein bisschen, was für dich funktioniert. Es gibt nicht DEN einen, richtigen Weg. Es zählt, dass du hydriert bleibst und dabei komfortabel unterwegs bist.

  • Halbe Rahmentasche mit Wasser in Flaschenhaltern am Sitzrohr und Unterrohr.
  • Wasserflaschen in Vorbautaschen.
  • Wasserflaschen an deinen Gabelhalterungen.

4. Tipps zur Sicherung deiner Fahrradtaschen am Fahrrad

  • Befestige deine Satteltasche so, dass sie nicht wackelt: Satteltaschen neigen dazu, beim Fahren zu wackeln, wenn sie nicht gut und fest sitzen. Das Festziehen der Gurte und das geschickte Packen helfen dabei. Ziehe jeden Riemen fest und nachdem du eine Weile gefahren bist und sich alles in der Tasche gesetzt hat, wiederhole das Prozedere.
  • Die Lenkertasche vom Reifen fernhalten: Oftmals sind Fahrradtaschen für eine große Rahmengröße konzipiert und wenn die vollgepackte Tasche auf einem kleineren Fahrrad sitzt, gibt es nicht genügend Abstand zum Reifen, sobald die Straße holprig wird. Um zu verhindern, dass deine Lenker-/Fronttasche am Reifen schleift, solltest du die Tasche leicht halten und die Gurte straffen. Du kannst auch einen zusätzlichen Gurt anbringen, falls nötig.